5 Glaubenssätze übers Malen...

...die du ab sofort nicht mehr brauchst

Malen ist etwas herrlich Entspannendes. Du kannst abschalten vom Alltag, dein Alltagsgrau in einen Farbenrausch verwandeln, Stress abbauen oder sogar Erlebtes verarbeiten. Zumindest könnte es so sein … wäre da nicht die Angst vorm weißen Blatt. Ich habe hier 5 einfache Tipps, wie Du vom Wollen ins Tun kommst, nebenbei noch ein paar negative Glaubenssätze auflösen kannst und dabei eine Menge Spaß hast.

Tipp 1: Mit geschlossenen Augen mit den Fingern malen

„Ich kann überhaupt nicht malen“ ist ein weit verbreiteter Glaubenssatz. Das liegt daran, dass wir uns oft an das Ergebnis klammern, bevor wir überhaupt angefangen haben. Wir haben eine konkrete, oft perfektionistische Vorstellung von dem Endergebnis und verurteilen uns damit gleich zum Scheitern.

 

Mein Tipp: Nimm Dir eine Leinwand oder ein Stück dickes Papier, wähle zwei oder drei Farben aus (Acryl oder Gouache), leg Dir Musik auf, die Du als angenehm oder entspannend empfindest. Dann tauch Deine Finger in die Farbe und lass sie zur Musik über das Papier wandern. Schließe dabei die Augen und konzentriere Dich auf das Fühlen. Wie fühlt sich die Struktur des Papiers oder der Leinwand an? Wie fühlt sich die Farbe an? Lass Dich vom Takt der Musik leiten. Mach kreisende Bewegungen, benutze Deine Fingerspitzen, die ganze Hand usw. Wenn das Musikstück zu Ende ist, öffne Deine Augen und schau Dir an, was du auf den Malgrund gezaubert hast - ohne es als gut oder schlecht zu beurteilen.

 

Wenn Du magst kannst Du Dein Werk weiter bear-beiten. Vielleicht erkennst Du Formen oder Figuren darin, die Du ausarbeiten möchtest. Falls Du auf Papier gemalt hast, kannst Du es trocknen lassen und als Collagematerial für weitere Bilder verwenden.  


Tipp 2: Blindes Konturenzeichnen

„Ich kann nicht zeichnen“ ist ein weiterer Glaubenssatz, den ich oft zu hören bekomme. Was diejenigen in der Regel damit sagen wollen ist, dass sie nicht perspektivisch richtig zeichnen können oder etwas nicht so abzeichnen können, dass es wie auf der Vorlage aussieht. Aber das ist auch gar nicht notwendig.

 

Mein Tipp: Nimm Dir ein Blatt und einen Bleistift, Buntstift, Tuschestift oder Graphitstift. Dazu kannst Du Dir eine Vorlage suchen (z. B. Blumen, einen Baum oder eine Figur) oder auch am „Live-Objekt“ üben. Zeichne das, was Du siehst, aber halte Deinen Blick auf das Objekt oder die Figur gerichtet und nicht auf Dein Blatt. Halte den Stift locker, ohne Dich zu verkrampfen. Es mag sein, dass das Ergebnis wenig mit der Vorlage zu tun hat, aber darauf kommt es nicht an. Du kannst nun etwas ganz Eigenes daraus machen und das, was Du gezeichnet hast nach Belieben kolorieren. Es ist gut möglich, dass Deine Version eher abstrakt ausfällt. Auch das ist prima. Probiere es einfach aus und Du wirst staunen.


Tipp 3: Collageelement aufkleben und weiterentwickeln

„Ich hab keine Idee, was ich malen könnte. Ich sitze vorm weißen Blatt und weiß nicht, wo ich anfangen soll.“ Kommt dir bekannt vor?

 

Mein Tipp: Nimm Dir ein Collageelement oder schneide etwas aus einer Zeitschrift aus und klebe es auf Dein Blatt oder Deine Leinwand. Dann beginne, es weiterzuentwickeln. Du kannst daraus ein eigenes Muster oder Mandala entwickeln. Du kannst irgendetwas, das Du zu Hause hast, zum Stempeln verwenden. Tunke ein Stück Karotte, Apfel, Kartoffel, Sellerie oder einen Küchenschwamm in Gouache oder Acrylfarbe und kreiere Dein eigenes Muster.

 

Sei experimentierfreudig und erfinderisch. Du kannst auch zuerst das Blatt mit Deiner Lieblingsfarbe grundieren und darauf das Collageelement kleben, das Du dann ausarbeitest. Wenn erst einmal etwas auf dem Blatt ist, fällt es leichter, weiterzumachen.  


Tipp 4: Gesichter aus einer Zeitschrift ausschneiden und mit Kohlepapier durchpausen

„Ich kann keine Gesichter malen“ ist ein weiterer Glaubenssatz. Das Bedarf in der Tat etwas Übung. Das sollte Dich aber nicht abhalten.

 

Mein Tipp: Für den Anfang schneidest Du einfach aus einer Zeitschrift ein Gesicht aus und paust die Konturen durch. Diese sind dann Deine „Landkarte“, die Du nach Belieben weiter ausmalen kannst, sei es mit Gouachefarben oder auch Farbstiften oder Pastellkreide. 


Tipp 5: Hol dir Inspiration aus der Natur

„Zum Malen muss man Talent haben.“ Glaubst Du das? Ich versichere Dir, es stimmt nicht! Sicher … es erfordert Übung, so wie alles, was wir neu beginnen und es kommt darauf an, was Du damit erreichen willst. Aber für den Anfang, beginne mit dem, was Dir leicht fällt.

 

Mein Tipp: Die Natur ist für viele Künstler eine Inspirationsquelle. Sie gibt uns viele Formen bereits vor. Du kannst z. B. Blätter oder Gräser beim Spazierengehen sammeln, diese trocknen und aufkleben. Die Blätter kannst Du dann mit Acrylfarbe bemalen. Damit sind sie auch schon fixiert und zerfallen nicht.

 

Auch kannst Du Gesammeltes aus der Natur wunderbar zum Stempeln verwenden und Abdrücke in verschiedenen Formen und Farben aufs Papier zaubern. Ebenso kannst Du Dich im Wald auf eine Bank setzen und Pflanzen oder Bäume abzeichnen oder malen. Male schnell und grob, anstatt dich im Detail zu verzetteln.


Und noch ein Bonus-Tipp

Schau Dir frühe Werke von bekannten Künstlern an und lies die Kritiken dazu! Du wirst sehen, dass viele Künstler wie z. B. Van Gogh, die heute hoch verehrt sind, zu ihrer Zeit scharf kritisiert wurden, weil ihre Werke als „minderwertig“ angesehen wurden. Also, lass Dir Zeit. Erlaube dem Malprozess und Deiner Entwicklung, sich zu entfalten.


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Ich freue mich auf Dich!