Loslassen

Wie akzeptieren was ist dich resilient macht

Hast Du auch diesen wunderschönen Herbst genossen? Vielleicht warst Du öfter im Wald spazieren und hast über das bunte Farbenspiel der Bäume gestaunt. Der Herbst ist nicht nur farbenfroh, er ist auch die Zeit des Loslassens. Die Bäume lassen ihre Blätter los und ziehen sich zurück, damit sie im Frühjahr neu erblühen können. Manchmal kommt ein Herbststurm und entreisst sie ihnen, so wie uns auch die Stürme des Lebens etwas entreissen können, sei es einen Arbeitsplatz, eine langjährige Freundschaft oder einfach eine fixe Vorstellung, die wir von etwas hatten, die sich aber nicht bewahrheitet hat.

Wir können eine Sache nicht verändern, wenn wir sie nicht akzeptieren (C. G. Jung)

Sicher hast Du das folgende Szenario auch schon erlebt. Etwas funktioniert nicht, wie Du es Dir vorgestellt hast und Du läufst gefühlt zum zehnten Mal gegen die Wand, weil Du nicht akzeptieren willst, dass es so nicht geht. Dann kommt auch noch ein guter Freund daher und sagt Dir mit wohlwollendem Blick: "Lass doch einfach los."

"Sehr witzig", denkst Du. "Das versuche ich doch die ganze Zeit."

 

Ich selbst habe mir diesbezüglich schon einige imaginäre Schrammen am Kopf geholt, bis ich verstanden habe, dass Loslassen im ersten Schritt bedeutet, eine Situation so anzunehmen, wie sie ist. Das bedeutet nicht, dass wir eine Sache für gut befinden müssen. Wenn Dir z. B. ein guter Freund aus heiterem Himmel die Freundschaft kündigt, ist es natürlich erst mal ein Schock, der verdaut werden will.

Indem wir loslassen, betreten wir einen neuen Raum mit neuen Möglichkeiten.
Loslassen bedeutet annehmen, was ist.

Akzeptieren, was ist, bedeutet, hinzuschauen und anzuerkennen: Es ist wie es ist. Jedes Ereignis ist zuerst einmal neutral. "Gut" oder "Schlecht" wird es durch unsere Gedanken und unsere Bewertung. Eine Krise ist nicht das Ereignis selbst, sondern unsere innere Haltung zu dem, was passiert ist. Manchmal ist es hilfreich, sich zu fragen: Welchen Anteil habe ich an dem Ereignis? Wenn Du Deinen Anteil daran erkennst, kannst Du eine Kurskorrektur vornehmen. Manchmal gilt es aber auch einfach nur zu akzeptieren, dass es nicht auf jede Frage eine Antwort gibt und dass das einzig Beständige im Leben die Veränderung ist. Wenn Du feststellst, dass Du etwas nicht ändern kannst, dann verschwende nicht Deine Energie an diese Sache. Denn so treibst Du Dich selbst in die Opferrolle.

Wenn Du etwas nicht ändern kannst, investiere nicht Deine Energie.
Ein Spaziergang im Wald ist eine gute Möglichkeit, um sich abzulenken und wieder zu sich selbst zu finden.

Die 4 A's

Im Umgang mit akuten Belastungen kann diese Übung hilfreich sein:

 

1. Annehmen: Es ist wie es ist

2. Abkühlen: Atmen und wieder in die eigene Mitte finden

3. Analysieren: Kann ich etwas ändern? Lautet die Antwort Nein -> Ablenken und etwas anderes tun

Lautet die Antwort Ja -> Frage Dich: Ist es mir die Sache wert? Falls ja, handle, falls nein, wende Dich etwas anderem zu.

4. Ablenkung oder Aktion: z. B. Musik hören, Spazieren gehen, Unterstützung suchen


Falls Du gerne mehr über Resilienz erfahren möchtest, mach mit beim Resilienz-Tag an der VHS Bingen am Samstag, den 10. November 2018 von 10.00 bis 16.00 Uhr. Anmeldung nur über die VHS Bingen. Weitere Termine gibt es im Frühjahr 2019.

Hast Du Lust bekommen, selbst kreativ tätig zu werden?

Wenn Du gerne den geschützten Raum einer kleinen Gruppe kennenlernen und dabei auf kreative Weise Kraft tanken möchtest, dann mach doch einfach bei einem meiner Workshops mit: >>Termine / Programm

 

Ich freue mich auf Dich!