Stress lass nach

Was ist eigentlich Stress?

Im Grunde ist unser Körper total clever. Wir müssen nur auf ihn hören, anstatt seine Botschaften zu ignorieren.

 

Unser autonomes Nervensystem hält den Körper in innerer Balance und regelt alle automatischen Abläufe, die vom Gehirn nicht bewusst wahrgenommen werden wie z. B.:


•    Verdauung
•    Nährstoffaufnahme
•    Blutzucker
•    Körpertemperatur
•    Hormonausschüttung
•    Herzschlag

So steigst Du aus dem gedanklichen Hamsterrad aus.
Vielen Menschen fällt es sogar im Urlaub schwer, sich zu entspannen.

Unsere gesamtes Körpersystem ist also ein Selbstläufer, so lange wir entspannt sind. Erst wenn etwas nicht mehr funktioniert, schenken wir ihm Aufmerksamkeit. Wenn wir Herzrasen bekommen, weil uns etwas erschreckt hat, wenn wir Bauchschmerzen haben, weil die Verdauung nicht mehr richtig funktioniert oder wenn wir schwitzen, weil wir uns unter Druck fühlen.


Aus dem Gleichgewicht geraten wir dann, wenn Gefahr droht. Z. B. wenn uns jemand angreift und wir um unser Leben fürchten müssen. In diesem Fall reagiert das sympathische Nervensystem, welches Teil des autonomen Nervensystems ist, und erhöht die Ausschüttung von Adrenalin, auch bekannt als die „Kampf oder Flucht Reaktion“. Dadurch werden die Körperreserven angezapft, um mit akuter Gefahr fertig zu werden:


•    Herz und Atmung gehen schneller
•    Pupillen weiten sich
•    Mehr Glukose im Blut (mehr Energie steht zur Verfügung)
•    Blut geht von den inneren Organen in die Extremitäten, damit wir schneller weglaufen können
•    Adrenalin und Cortisol überschwemmen die Muskeln
•    Immunsystem fährt hoch, dann runter
•    Muskeln erhalten Energieschub
•    Blut geht vom Vorderhin zu Hinterhirn (kreatives Denken wird eingeschränkt)


Kurzfristig ist das kein Problem, ja sogar überlebenswichtig. Sobald die Gefahr vorüber ist, kehrt der Körper in seine Balance zurück. Hält der Stress länger als ein paar Stunden an, so kann der Körper das Gleichgewicht nicht von selbst wieder herstellen, was langfristig dazu führen kann, dass wir krank werden.


Eine Besonderheit des menschlichen Daseins ist es, dass wir allein durch Nachdenken Stresshormone aktivieren können, weil unsere Gedanken frei von Raum und Zeit sind. Vielleicht bereuen wir eine Entscheidung, die wir in der Vergangenheit getroffen haben und denken ständig darüber nach, wie unser Leben sein könnte, wenn wir uns anders entschieden hätten. Oder wir machen uns Sorgen, dass wir in ein paar Jahren arbeitslos sein könnten und nicht genug Geld zum Leben haben werden. Unsere Gedanken erzeugen negative Gefühle, die wiederum mehr negative Gedanken produzieren. Der Körper kann nicht zwischen dem realen Ereignis, z. B. ein Löwe ist im Anmarsch und bedroht mein Leben, und Erinnerungen oder Gedanken wie „Wenn ich dies und jenes nicht tue, werde ich arbeitslos“ unterscheiden und reagiert deshalb auf dieselbe Art und Weise.

Der ewige Kreislauf aus Gedanken und Gefühlen


Gefühle sind Feedback früherer, abgespeicherter Erfahrungen. Ein Vorfall, der in der Vergangenheit sehr starke Gefühle ausgelöst hat, kann neurologisch ins Gehirn gebrannt werden wie ein Abdruck oder ein Schnappschuss. Wer sich einmal vor der ganzen Klasse blamiert hat und dafür ausgelacht wurde, traut sich vielleicht nicht mehr, öffentlich zu sprechen. Durch ständiges Erinnern erschaffen wir bestimmte Vernetzungen im Gehirn. Wir verankern sowohl unser Gehirn als auch unseren Körper, der Erinnerungen abspeichert, in der Vergangenheit und dadurch entsteht das, was wir für unsere Identität halten. Unsere Identität ist also im Grunde eine Ansammlung aus Erinnerungen und Ansichten, die wir über uns haben.

 


Wenn wir ein Trauma aus der Vergangenheit nicht überwinden können, durchleben wir es immer wieder, weil wir in unserem Unterbewusstsein immer wieder denselben Kreislauf aus Gefühlen und Gedanken durchlaufen. Ein Trauma kann auch etwas sein, das aus heutiger Sicht vielleicht keine große Sache mehr ist. Aber wenn Du als 3-jähriger im Kaufhaus zwischen den Kleiderständern gespielt hast und Mama und Papa plötzlich weg waren, war das zu dem Zeitpunkt sicher ein Trauma, das Dich vielleicht ängstlich gemacht hat, Menschen zu verlieren, die Du liebst. Gleichzeitig gewöhnen wir uns an die Emotionen, die uns krank machen und werden sogar süchtig nach ihnen, weil das Ungleichgewicht zum Normalzustand wird, ohne dass wir es merken. Darum nutzen wir jede Gelegenheit, um diesen "Kick", den die Stresshormone uns kurzfristig verschaffen, wieder herzustellen. Kennst du Menschen, die ständig auf die Uhr oder ihr Handy schauen? Sie sind unentwegt auf der Jagd nach dem nächsten Moment und somit nie wirklich präsent. Wir benutzen Menschen, Lebensumstände, Arbeit, Medikamente, Essen, Drogen etc., um immer wieder denselben Energieschub zu produzieren. Oft glauben wir, keine Wahl zu haben und so weiter machen zu müssen. Manchmal geht das so lange bis ein Tiefpunkt kommt, an dem gar nichts mehr geht. Z. B. ein Burnout oder eine Depression. Das ist dann eine Gelegenheit für einen Wendepunkt an dem wir die Entscheidung treffen, etwas zu verändern. So lange musst Du aber gar nicht warten. Du kannst jetzt die Entscheidung treffen, etwas zu verändern, damit es gar nicht so weit kommt.


WICHTIG: Was immer Deine Situation ist, Du hast sie selbst erschaffen. Wenn Du etwas erschaffen kannst, kannst Du es auch wieder abschaffen.

Selbsterkenntnis ist Selbstermächtigung

Der erste Schritt zur Veränderung ist immer die Selbsterkenntnis. Dabei hilft uns die Achtsamkeit zu erkennen, was eigentlich passiert. Welche Gedanken tauchen immer wieder auf? Welche Gefühle lösen sie aus? Oder auch umgekehrt. Ist es hilfreich, so zu denken? Falls nicht, kannst Du Dich fragen: Wie würde ich lieber denken?

Wenn Du feststellst, dass immer wieder dieselben negativen Gedanken- und Gefühlsmuster auftauchen, vereinbare mit Dir selbst ein Zeichen. Nehmen wir ein Beispiel. Jedes Mal, wenn Dein Chef Dich fragt, ob Du eine Aufgabe schon erledigt hast, bekommst Du das Gefühl, dass Du zu langsam arbeitest oder nicht genug tust. Du bekommst ein Gefühl der Enge in Deiner Brust und fühlst Dich getrieben, schneller zu arbeiten und Du möchtest das ändern. Dann kannst Du jedes Mal, wenn Dir dieses Muster bewusst wird, mit dem Daumen und Zeigefinger Deiner rechten Hand den kleinen Finger Deiner linken Hand als Erkennungszeichen drücken. Das wird mit der Zeit zu einem Signal für Deinen Körper. Dann nimm ein paar tiefe Atemzüge und mach Dir bewusst, wie Du stattdessen reagieren möchtest. Nach ein paar Mal weiß Dein System dann schon: „Aha, Denken stoppen und atmen.“ Wenn Du Deine Aufgabe schon fertig hast und sie prompt abliefern kannst, lobe Dich dafür. Falls Du noch nicht fertig bist, sage zu Dir selbst: „Ich mache meine Arbeit in Ruhe zu Ende.“ Deinem Chef kannst Du mitteilen, wann Du das gewünschte Ergebnis abliefern wirst. Das Ganze wiederholst Du so lange, bis Du eine Veränderung feststellst. Diese kleine Übung hilft Dir, Dein Denken und damit auch Dein Fühlen zu verändern. Wenn wir andere Ergebnisse wollen, müssen wir andere Gedanken denken. Ein neues Verhalten entsteht aus dem Willen zur Veränderung, neuen Gedanken und neuen Gefühlen.

Und wenn Dir jetzt beim Lesen solche Gedanken kommen wie „Mein Chef lässt mir keine Zeit“ oder „Das kann ich nicht machen, da wird er sauer“, dann mach Dir bewusst, dass Deine äußeren Umstände ein Spiegel Deiner Innenwelt sind.

Vom Überlebensmodus in den Entspannungsmodus

Wenn Du Dich immer wieder in denselben Gedanken verrennst, dann probiere eine oder alle der folgenden Übungen aus:

Realitätscheck

 

Frage Dich:
Ist es wahr, was ich denke?
Welche Beweise gibt es dafür? Gibt es Beweise für das Gegenteil?
Was bringt es mir, so zu denken? Manchmal ist es „bequemer“ weiter zu leiden als die Komfortzone zu verlassen. Was ist der Nutzen von dieser Art zu denken?


Die folgende Übung ist ebenfalls hilfreich, wenn wir aufgrund der Vielzahl anstehender Aufgaben emotional überlastet sind oder uns mehrere ungelöste Themen quälen und wir uns Klarheit verschaffen wollen.

Die Päckchen-Übung

Begebe Dich in eine bequeme Sitzposition. Nimm wahr, welche Körperteile den Boden oder die Sitzfläche berühren und wie der Atem durch deinen Körper strömt. Spüre, ob Du frei und gelöst bist oder ob es da etwas gibt, das Dich beschäftigt. Du kannst diesem Etwas einen Namen, einen Titel oder eine Überschrift geben. Dann wähle für die Sache eine passende Verpackung. Das kann eine Dose, eine Schachtel, ein Koffer oder auch ein Container sein. Lege das Thema hinein und verschließe die Verpackung. Suche in deiner Vorstellung einen stimmigen Ort dafür und lege es dort in dem Abstand zu Dir ab, der für Dich stimmig ist. Die Sache sollte so weit entfernt sein, dass Du frei atmen kannst, aber dass Du nicht die Verbindung dazu verlierst. Prüfe noch einmal, ob der Abstand passend ist. Dann widme Dich einem weiteren Thema und gehe nach derselben Methode vor.
Wie ist jetzt Deine Stimmung? Wie fühlt sich Dein Körper an? Wenn Du magst, strecke Dich, gähne, massiere Dir das Gesicht und dann bringe Deine Aufmerksamkeit in den Raum zurück.

Ein Lösungsbild malen


Nutze Deine kreative Energie und Deine Intuition, um eine Veränderung herbeizuführen. Nimm ein paar tiefe Atemzüge, gehe in Dich und lasse ein Bild aufsteigen, wie die Lösung zu der Situation aussieht, die Dich gerade belastet. Es muss nicht kompliziert sein und Du musst es nicht hinterfragen. Nimm einfach das erste Bild, das sich zeigt. Wie sieht die gelöste Situation aus? Male die Lösung oder die Ressource, die zur Lösung beiträgt. Wenn Du fertig bist, spüre in Dich hinein, was sich verändert hat. Wie fühlt es sich an? Das intuitive Malen ist eine hervorragende Methode, um bei Dir selbst anzukommen.

Verwende Buntstifte, Acrylfarben oder Wasserfarben für Dein Lösungsbild
Male ein Lösungsbild zu einer belastenden Situation

Die Arbeit mit inneren Bildern erfordert am Anfang etwas Übung, weil wir gerne in Frage stellen, was sich zeigt. Aber Du wirst mit der Zeit merken, dass sie leichter fließen und wie befreiend diese Arbeit ist.


Nun wünsche ich Dir viel Spaß beim Ausprobieren und freue mich, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen berichtest.

 

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